Phase 3
Teil 3

Wettbewerbsverbot: Konkurrenz zum Arbeitgeber

Von Theo Saubert2 Min. LesezeitFachlich geprüft am

Auf den Punkt

Umschiffen Sie das Wettbewerbsverbot zum Arbeitgeber. Sie lernen, was Konkurrenz im Nebenerwerb bedeutet und wie Sie Abwerbe-Verbote oder Geheimnisverrat vermeiden.

Loyalität ist die wichtigste Währung im Verhältnis zu deinem Arbeitgeber. Ein eigenes Business aufzubauen ist großartig – solange es nicht auf Kosten deines Hauptjobs geht. Ein Verstoß gegen das Wettbewerbsverbot ist der schnellste Weg zur fristlosen Kündigung. So umschiffst du diese gefährliche Klippe.

1. Definition von Wettbewerb

Wettbewerb beginnt früher, als viele denken. Es reicht schon, wenn du die gleiche Zielgruppe mit einer ähnlichen Dienstleistung ansprichst. Bist du hauptberuflich Webdesigner in einer Agentur, darfst du abends keine Webseiten für eigene Kunden bauen – es sei denn, dein Chef erlaubt es ausdrücklich. Bewegst du dich in einer völlig anderen Branche (z. B. Webdesigner am Tag, Hundetrainer am Abend), gibt es kein Problem.

2. Das Abwerbe-Verbot

Kunden oder Kollegen des Hauptarbeitgebers für das eigene Business anzusprechen, ist ein absolutes Tabu. Wer sich das interne CRM-System zunutze macht, um den ersten eigenen Kundenstamm aufzubauen, riskiert nicht nur die fristlose Kündigung, sondern auch empfindliche Strafen.

3. Geheimnisverrat

Dein Know-how darfst du nutzen, aber keine Betriebsgeheimnisse. Preislisten, interne Prozessabläufe, Lieferantenkonditionen oder ungeschützte Software-Codes deines Arbeitgebers sind tabu. Trenne dein erlerntes Handwerkszeug strikt von den spezifischen Daten deines Arbeitgebers.

4. Nachvertragliches Wettbewerbsverbot

Darfst du nach einer Kündigung in derselben Branche gründen? Grundsätzlich ja. Es sei denn, du hast ein sogenanntes nachvertragliches Wettbewerbsverbot unterschrieben. Dieses ist aber nur gültig, wenn dir der Arbeitgeber für diese Sperrzeit eine „Karenzentschädigung“ (mindestens 50 % deines letzten Gehalts) zahlt. Ohne Geld ist die Klausel wertlos.

5. Schadensersatz

Wer gegen das Wettbewerbsverbot verstößt, spielt mit dem Feuer. Der Arbeitgeber kann dich nicht nur abmahnen oder kündigen, sondern auch auf Unterlassung und Schadensersatz verklagen. Wenn er nachweist, dass ihm durch dein Nebengeschäft Aufträge entgangen sind, musst du diesen Verlust aus eigener Tasche ausgleichen.

Zitierbare Weisheit: „Wettbewerb belebt das Geschäft – aber wer gegen den eigenen Arbeitgeber antritt, sägt an dem Ast, auf dem das eigene Startup sitzt.“

Ihr nächster Schritt in Phase 3

  1. 1Erstellen Sie Ihre persönliche Reihenfolge der Anmeldungen und Fristen.
  2. 2Klären Sie Umsatzsteuer, Rücklage für Einkommensteuer und Buchhaltungsweg.
  3. 3Prüfen Sie Haftung und Versicherungsschutz für Ihre konkrete Tätigkeit.

Branchen-Linse

Sicht: Fußballschule

Die Beiträge bleiben gleich – Einordnung, Stolperfallen und Vorauswahl wechseln mit der Branche. Sie können jederzeit umschalten oder die Linse entfernen.

Branchen-Spezial · Fußballschule

Eine Fußballschule ist ein klassischer Nebenerwerb: Training findet nachmittags, abends und in den Ferien statt, das stabile Haupteinkommen kommt weiter aus der Festanstellung – die meisten Betreiber bleiben sehr lange nebenberuflich tätig und stehen selbst auf dem Platz. Entscheidend sind vier Dinge: die Abgrenzung zwischen Vereinstätigkeit (Übungsleiterpauschale) und eigenem Gewerbe, gesicherter Zugang zu einem Trainingsplatz, die Aufsichtspflicht gegenüber Minderjährigen und eine faire Kalkulation pro Teilnehmerstunde.

Für Phase 3: Pflichtprogramm: Gewerbeanzeige, Betriebshaftpflicht für den Trainingsbetrieb, Unfallversicherung für Teilnehmende, erweitertes Führungszeugnis, Einverständnis- und Gesundheitserklärungen der Eltern, klare Aufsichts- und Abholregeln, eigenes Geschäftskonto und Quittungsblock.

Typische Rechtsform
Einzelunternehmen bzw. Kleingewerbe, seltener GbR
Status
Gewerbe außerhalb des Vereins; im Verein Übungsleiter ohne Gewerbe
Regulatorisch
Erweitertes Führungszeugnis, Aufsichts- und Fürsorgepflicht, IHK-Pflichtmitgliedschaft
Pflichtversicherung
Betriebshaftpflicht für den Trainingsbetrieb; Unfallschutz der Teilnehmenden klären
Liquiditätsfalle
Wetterausfall, Ferienzeiten ohne Buchungen, Barzahlungen ohne Belege
Steuerlich
Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) meist sinnvoll; Übungsleiterpauschale § 3 Nr. 26 EStG separat
Typische Kunden
Eltern, Vereine, Ganztagsschulen, Freizeiteinrichtungen
Fördermittel
Gründungszuschuss/AVGS bei Arbeitslosigkeit; sonst kaum spezielle Programme
Startinvestition
ab rund 500 € (Hütchen, Leibchen, Bälle) – Fahrzeug meist vorhanden

Anmeldung, Steuern und Zahlungsfluss

Sobald Sie außerhalb des Vereins trainieren, ist eine Gewerbeanmeldung fällig. Danach kommt der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt; in der Regel liegt ein Kleingewerbe vor, für das die Kleinunternehmerregelung sinnvoll ist – sonst führen Sie Umsatzsteuer auf Ihre Trainervergütungen ab. In der zuständigen IHK werden Sie Pflichtmitglied.

Richten Sie ein eigenes Geschäftskonto ausschließlich für die Fußballschule ein und lassen Sie möglichst per Überweisung zahlen. Barzahlungen sind bei Eltern beliebt, aber erklärungsbedürftig: nummerierter Quittungsblock mit Durchschrift, jede Bareinnahme vermerkt, Kontoauszüge vollständig an die Buchhaltung.

Aufsichtspflicht, Führungszeugnis und Sicherheit

Wer mit Kindern arbeitet, braucht ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis – beim Bürger- oder Ortsamt beantragen, den Kooperationsvereinen vorab vorlegen und für Elterngespräche bereithalten. Von Trainern über 18 Jahren fordern Sie es ebenfalls ein.

Regeln Sie schriftlich, ab wann und bis wann Sie die Aufsicht übernehmen, wer abholen darf, wie Notfälle und Medikamente behandelt werden und wie Absagen kommuniziert werden (in der Praxis meist per Messenger-Gruppe). Gesundheitsangaben, Einverständnis für Fotos und Kontaktdaten der Eltern gehören vor die erste Trainingseinheit.

Versicherungsseitig ist die Betriebshaftpflicht für den Trainingsbetrieb nicht verhandelbar; klären Sie zusätzlich, ob Teilnehmende über den Verein unfallversichert sind oder ob Sie eigenen Schutz brauchen.

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