Phase 3
Teil 3

Nebenerwerb neben dem Job: Was du wissen musst

Von Theo Saubert2 Min. LesezeitFachlich geprüft am

Auf den Punkt

Erfahren Sie, welche Regeln Sie für einen Nebenerwerb neben dem Job beachten müssen. Sie verstehen die Grenzen bei Arbeitszeit, Urlaub und Krankmeldung.

Die Gründung im Nebenerwerb ist der intelligenteste Weg in die Selbstständigkeit. Du testest deine Geschäftsidee am Markt, während dein Hauptjob die Miete zahlt. Doch Leidenschaft allein reicht nicht aus. Du bewegst dich in einem festen rechtlichen Rahmen. Wenn du die folgenden fünf Spielregeln beachtest, baust du dein Business auf einem sicheren Fundament auf.

1. Das Arbeitszeitgesetz: Die harte 48-Stunden-Grenze

Das deutsche Arbeitszeitgesetz versteht keinen Spaß. Es schützt deine Gesundheit und legt fest: Du darfst im Durchschnitt nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten. Das Wichtige dabei ist, dass Hauptjob und Nebenerwerb hier addiert werden! Arbeitest du 40 Stunden in deiner Festanstellung, bleiben dir rechtlich exakt 8 Stunden pro Woche für dein eigenes Business. Plane diese Zeit effizient.

2. Der Erholungsurlaub: Kein Gewerbe am Strand

Das Bundesurlaubsgesetz hat einen klaren Zweck: Du sollst dich erholen, damit du danach wieder volle Leistung bringen kannst. Deshalb ist es gesetzlich verboten, während des bezahlten Erholungsurlaubs gewerblich zu arbeiten. Nutze deinen Urlaub wirklich zum Durchatmen. Ein ausgebrannter Gründer ist ein erfolgloser Gründer.

3. Die Krankmeldung: Absolute Sendepause für dein Startup

Wenn du in deinem Hauptjob krankgeschrieben bist, gilt eine eiserne Regel: Du tust absolut nichts für dein eigenes Business. Wer krank ist, konzentriert sich auf die Genesung. Wenn dein Chef oder Kollegen mitbekommen, dass du trotz Krankenschein Kundenanrufe für dein Startup tätigst, riskierst du eine fristlose Kündigung.

4. Ressourcen-Trennung: Die goldene Regel

Trenne deine Welten rigoros! Nutze niemals den Firmendrucker für deine Flyer, bearbeite keine Kunden-E-Mails auf dem Dienst-Laptop und erledige keine Startup-Aufgaben während deiner bezahlten Arbeitszeit. Selbst der schnelle Anruf mit dem Firmen-Handy in der Pause kann als Diebstahl von Arbeitsmitteln gewertet werden. Kaufe dir von Tag eins an eigenes Equipment.

5. Loyalitätspflicht: Der Hauptarbeitgeber hat Vorrang

Du schuldest deinem Arbeitgeber deine volle Arbeitskraft. Das bedeutet: Wenn du morgens im Büro sitzt, darfst du nicht übernächtigt sein, weil du bis drei Uhr nachts an deinem Webshop programmiert hast. Dein Nebenerwerb darf deine Leistung im Hauptjob nicht negativ beeinflussen.

Zitierbare Weisheit: „Dein Hauptjob ist dein erster Investor. Behandle ihn mit Respekt und Loyalität, während du in den Feierabenden dein eigenes Imperium aufbaust.“

Ihr nächster Schritt in Phase 3

  1. 1Erstellen Sie Ihre persönliche Reihenfolge der Anmeldungen und Fristen.
  2. 2Klären Sie Umsatzsteuer, Rücklage für Einkommensteuer und Buchhaltungsweg.
  3. 3Prüfen Sie Haftung und Versicherungsschutz für Ihre konkrete Tätigkeit.

Branchen-Linse

Sicht: Fußballschule

Die Beiträge bleiben gleich – Einordnung, Stolperfallen und Vorauswahl wechseln mit der Branche. Sie können jederzeit umschalten oder die Linse entfernen.

Branchen-Spezial · Fußballschule

Eine Fußballschule ist ein klassischer Nebenerwerb: Training findet nachmittags, abends und in den Ferien statt, das stabile Haupteinkommen kommt weiter aus der Festanstellung – die meisten Betreiber bleiben sehr lange nebenberuflich tätig und stehen selbst auf dem Platz. Entscheidend sind vier Dinge: die Abgrenzung zwischen Vereinstätigkeit (Übungsleiterpauschale) und eigenem Gewerbe, gesicherter Zugang zu einem Trainingsplatz, die Aufsichtspflicht gegenüber Minderjährigen und eine faire Kalkulation pro Teilnehmerstunde.

Für Phase 3: Pflichtprogramm: Gewerbeanzeige, Betriebshaftpflicht für den Trainingsbetrieb, Unfallversicherung für Teilnehmende, erweitertes Führungszeugnis, Einverständnis- und Gesundheitserklärungen der Eltern, klare Aufsichts- und Abholregeln, eigenes Geschäftskonto und Quittungsblock.

Typische Rechtsform
Einzelunternehmen bzw. Kleingewerbe, seltener GbR
Status
Gewerbe außerhalb des Vereins; im Verein Übungsleiter ohne Gewerbe
Regulatorisch
Erweitertes Führungszeugnis, Aufsichts- und Fürsorgepflicht, IHK-Pflichtmitgliedschaft
Pflichtversicherung
Betriebshaftpflicht für den Trainingsbetrieb; Unfallschutz der Teilnehmenden klären
Liquiditätsfalle
Wetterausfall, Ferienzeiten ohne Buchungen, Barzahlungen ohne Belege
Steuerlich
Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) meist sinnvoll; Übungsleiterpauschale § 3 Nr. 26 EStG separat
Typische Kunden
Eltern, Vereine, Ganztagsschulen, Freizeiteinrichtungen
Fördermittel
Gründungszuschuss/AVGS bei Arbeitslosigkeit; sonst kaum spezielle Programme
Startinvestition
ab rund 500 € (Hütchen, Leibchen, Bälle) – Fahrzeug meist vorhanden

Anmeldung, Steuern und Zahlungsfluss

Sobald Sie außerhalb des Vereins trainieren, ist eine Gewerbeanmeldung fällig. Danach kommt der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt; in der Regel liegt ein Kleingewerbe vor, für das die Kleinunternehmerregelung sinnvoll ist – sonst führen Sie Umsatzsteuer auf Ihre Trainervergütungen ab. In der zuständigen IHK werden Sie Pflichtmitglied.

Richten Sie ein eigenes Geschäftskonto ausschließlich für die Fußballschule ein und lassen Sie möglichst per Überweisung zahlen. Barzahlungen sind bei Eltern beliebt, aber erklärungsbedürftig: nummerierter Quittungsblock mit Durchschrift, jede Bareinnahme vermerkt, Kontoauszüge vollständig an die Buchhaltung.

Aufsichtspflicht, Führungszeugnis und Sicherheit

Wer mit Kindern arbeitet, braucht ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis – beim Bürger- oder Ortsamt beantragen, den Kooperationsvereinen vorab vorlegen und für Elterngespräche bereithalten. Von Trainern über 18 Jahren fordern Sie es ebenfalls ein.

Regeln Sie schriftlich, ab wann und bis wann Sie die Aufsicht übernehmen, wer abholen darf, wie Notfälle und Medikamente behandelt werden und wie Absagen kommuniziert werden (in der Praxis meist per Messenger-Gruppe). Gesundheitsangaben, Einverständnis für Fotos und Kontaktdaten der Eltern gehören vor die erste Trainingseinheit.

Versicherungsseitig ist die Betriebshaftpflicht für den Trainingsbetrieb nicht verhandelbar; klären Sie zusätzlich, ob Teilnehmende über den Verein unfallversichert sind oder ob Sie eigenen Schutz brauchen.

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