Branchen-Spezial · Tennistrainer
Tennistraining im Nebenerwerb läuft fast immer über Vereine: Sie unterrichten auf Vereinsplätzen, oft mit Mannschaftstraining als Grundauslastung und Einzelstunden als Zusatz. Die entscheidenden Fragen sind identisch mit anderen Vereinssportarten – Übungsleiterpauschale oder Gewerbe, Platzzugang im Sommer und teure Hallenzeit im Winter – kommen hier aber mit einer Besonderheit: Wer Hallenzeit auf eigene Rechnung bucht und weiterverkauft, trägt das volle Auslastungsrisiko.
Für Phase 2: Die Kalkulation entscheidet sich an der Platzkosten-Frage: Im Sommer stellt der Verein den Platz meist kostenfrei oder günstig, im Winter zahlen Sie 20–35 € Hallenstunde. Geben Sie Hallenkosten transparent weiter, statt sie im Stundensatz zu verstecken.
- Typische Rechtsform
- Einzelunternehmen bzw. Kleingewerbe; im Verein häufig Übungsleiter ohne Gewerbe
- Status
- Vereinstrainer mit Pauschale, selbständiger Trainer mit eigenen Kursen – oder beides getrennt abgerechnet
- Regulatorisch
- DTB-/Landesverbands-Lizenz (C-Trainer aufwärts) als Marktstandard, erweitertes Führungszeugnis bei Kindertraining
- Pflichtversicherung
- Betriebshaftpflicht; Unfallschutz der Teilnehmenden über Verein prüfen
- Liquiditätsfalle
- Vorausgebuchte Hallenzeit im Winter, die nicht ausgelastet wird
- Steuerlich
- Übungsleiterpauschale § 3 Nr. 26 EStG bis 3.000 € neben dem Gewerbe; Kleinunternehmerregelung für den Rest
- Typische Kunden
- Vereinsmitglieder, Jugendmannschaften, Erwachsenen-Einsteigerkurse, Schul-AGs
- Fördermittel
- Gründungszuschuss/AVGS; Landesverbände fördern teils Trainerausbildungen
- Startinvestition
- ab rund 700 € (Ballmaschine gebraucht, Ballkörbe, Markierungen, Kindertennis-Material)
Sommer- und Winterkalkulation
Orientierungswerte: Einzelstunde 40–60 € zuzüglich Hallenkosten, Zweiertraining 25–35 € je Person, Vierergruppe 15–20 € je Person, Kindergruppe im Verein häufig als Kursgebühr über eine Saison.
Winterhallen werden meist für die ganze Saison gebucht. Verkaufen Sie feste Wochenplätze an Gruppen, bevor Sie die Zeit binden – eine nicht ausgelastete Hallenstunde kostet Sie über die Saison mehrere hundert Euro.
Bauen Sie eine Regenregel ein: Nachholtermin statt Rückerstattung, mit Ausgleich am Saisonende. Das ist fair und schützt die Liquidität.
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