Branchen-Spezial · Fitnesstrainer
Fitnesstraining ist der klassische Einstieg in den sportlichen Nebenerwerb: Kurse laufen früh morgens, abends und am Wochenende, das Haupteinkommen bleibt zunächst die Festanstellung. Der entscheidende Punkt ist die Abgrenzung zur Scheinselbständigkeit, wenn Sie überwiegend für ein einziges Studio auf Honorarbasis arbeiten. Dazu kommen Qualifikationsnachweise (mindestens Trainer-B-Lizenz), die Grenze zwischen Training und Heilbehandlung sowie eine belastbare Kalkulation je Trainingsstunde inklusive Anfahrt.
Für Phase 2: Rechnen Sie mit Anfahrt und Umziehzeit: Eine Personal-Training-Einheit von 60 Minuten kostet Sie realistisch 90 Minuten. Zehnerkarten und Monatspakete verbessern die Planung, sind aber Verbindlichkeiten – reservieren Sie den Anteil, der noch abtrainiert werden muss.
- Typische Rechtsform
- Einzelunternehmen bzw. Kleingewerbe; Personal Training häufig freiberuflich-ähnlich, aber meist Gewerbe
- Status
- Honorartrainer im Studio oder eigene Kunden – die Mischung ist üblich, muss aber sauber getrennt werden
- Regulatorisch
- Trainer-B-Lizenz als Marktstandard, Erste-Hilfe-Kurs, keine Heilbehandlung ohne Heilpraktiker- oder Therapieberuf
- Pflichtversicherung
- Betriebshaftpflicht mit Einschluss Personenschäden beim Training; Berufsunfähigkeit für den Körper als Kapital
- Liquiditätsfalle
- Verkaufte 10er-Karten sind bereits vereinnahmtes, aber noch nicht geleistetes Geld
- Steuerlich
- Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) am Start; Fahrtkosten und Ausrüstung konsequent erfassen
- Typische Kunden
- Berufstätige 30–60, Rehanachsorge ohne Therapieanspruch, Firmen für Bewegte Pause
- Fördermittel
- Gründungszuschuss/AVGS; Präventionskurse nach § 20 SGB V nur mit anerkannter Grundqualifikation
- Startinvestition
- ab rund 800 € (Matten, Bänder, Kettlebells, Faszienrollen) – Studio-Infrastruktur wird gemietet
Preise, Pakete und die Zehnerkarten-Falle
Orientierungswerte im Nebenerwerb: Personal Training 60–90 € je Einheit beim Kunden, 50–70 € im Studio, Kleingruppe zu dritt 25–35 € je Person, offener Kurs 8–15 € je Teilnehmer. Unter 50 € Einzelstunde trägt sich die Anfahrt selten.
Pakete verkaufen sich besser als Einzelstunden, sind aber Vorauszahlungen auf künftige Arbeit. Führen Sie eine einfache Liste über offene Einheiten und behandeln Sie das Geld gedanklich als Schuld – wer davon Ausrüstung kauft, arbeitet später umsonst.
Kalkulieren Sie Ausfallzeiten ehrlich: Urlaub, Krankheit und Kundenwechsel kosten typischerweise 15–20 % der geplanten Stunden im Jahr.
Besonders relevant für Fitnesstrainer