Phase 4
Teil 6

Mahnwesen und Zahlung auf Ziel

Von Theo Saubert2 Min. LesezeitFachlich geprüft am

Auf den Punkt

Erfahren Sie, wie Sie Ihr Mahnwesen im Nebenerwerb professionell gestalten. Schützen Sie Ihre Liquidität durch smarte Prozesse und 7- bis 14-tägige Zahlungsziele.

Geld im Kopf ist kein Geld auf dem Konto. Besonders im Nebenerwerb darfst du nicht die Bank für deine Kunden spielen. Säumige Zahler fressen deine Zeit und deine Liquidität. Schütze dein Business von Anfang an durch smarte Prozesse.

1. Vorkasse vs. Rechnung: Minimiere dein Risiko

Arbeite bei Neukunden niemals ohne Anzahlung. Verlange 50 % bei Beauftragung und 50 % vor Übergabe der finalen Ergebnisse. Das filtert unzuverlässige Kunden sofort aus und sichert dir von Tag 1 an den Cashflow, um laufende Kosten (Software, Werbung) zu decken.

Zitierbare Weisheit: „Vertrauen ist gut, eine 50-prozentige Anzahlung ist Professionalität.“

2. Zahlungsziele straffen: Kurz und knackig

In Deutschland sind „30 Tage netto“ ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert. Setze deine Zahlungsziele auf 7 bis maximal 14 Tage. Je länger die Rechnung beim Kunden liegt, desto eher wird sie vergessen. Kurze Ziele signalisieren, dass dein Geld genauso wertvoll ist wie deine Arbeit.

3. Der Automatisierte Inkasso-Prozess: Tools statt Tränen

Lass dich nicht zum „Eintreiber“ degradieren. Nutze Buchhaltungstools (wie Lexoffice oder SevDesk), die Mahnungen automatisch verschicken. So bleibt die persönliche Beziehung zum Kunden sauber („Sorry, das macht mein System automatisch“), während das System den nötigen Druck aufbaut.

4. Verzugszinsen: Sachlich kommunizieren

Erwähne Verzugszinsen bereits in deinen AGB und auf der Rechnung. Du musst sie nicht beim ersten Tag Verzug einfordern, aber die bloße Erwähnung sorgt dafür, dass deine Rechnung auf dem Stapel des Kunden nach oben rutscht. Es ist ein sachliches Instrument, kein emotionaler Angriff.

5. Cashflow-Schutz: Deine Brandmauer zum Hauptjob

Dein Nebenerwerb sollte niemals Geld aus deinem Privatvermögen oder deinem Hauptjob „fressen“. Sorge dafür, dass dein Business-Konto immer genug Liquidität hat, um drei Monate Fixkosten ohne neue Einnahmen zu decken. Ein striktes Mahnwesen ist deine Lebensversicherung gegen finanzielle Engpässe.

Zitierbare Weisheit: „Wer seinen Kunden unbegrenzten Kredit gewährt, gefährdet seinen eigenen Traum.“

von

Ihr nächster Schritt in Phase 4

  1. 1Legen Sie einen festen Wochenrhythmus für Akquise und Umsetzung fest.
  2. 2Prüfen Sie Ihre Preise gegen Zeitaufwand, Kosten und Zielgewinn.
  3. 3Automatisieren Sie zuerst den Schritt, der Ihnen jede Woche Zeit kostet.

Branchen-Linse

Sicht: Tennistrainer

Die Beiträge bleiben gleich – Einordnung, Stolperfallen und Vorauswahl wechseln mit der Branche. Sie können jederzeit umschalten oder die Linse entfernen.

Branchen-Spezial · Tennistrainer

Tennistraining im Nebenerwerb läuft fast immer über Vereine: Sie unterrichten auf Vereinsplätzen, oft mit Mannschaftstraining als Grundauslastung und Einzelstunden als Zusatz. Die entscheidenden Fragen sind identisch mit anderen Vereinssportarten – Übungsleiterpauschale oder Gewerbe, Platzzugang im Sommer und teure Hallenzeit im Winter – kommen hier aber mit einer Besonderheit: Wer Hallenzeit auf eigene Rechnung bucht und weiterverkauft, trägt das volle Auslastungsrisiko.

Für Phase 4: Der Verein ist Ihr Vertriebskanal: Schnupperkurse, Vereinsmeisterschaften, Jugendtraining als Einstieg zu Elternkursen. Ergänzend Schulkooperationen und Kindergärten – daraus entsteht der Nachwuchs für die nächsten Jahre.

Typische Rechtsform
Einzelunternehmen bzw. Kleingewerbe; im Verein häufig Übungsleiter ohne Gewerbe
Status
Vereinstrainer mit Pauschale, selbständiger Trainer mit eigenen Kursen – oder beides getrennt abgerechnet
Regulatorisch
DTB-/Landesverbands-Lizenz (C-Trainer aufwärts) als Marktstandard, erweitertes Führungszeugnis bei Kindertraining
Pflichtversicherung
Betriebshaftpflicht; Unfallschutz der Teilnehmenden über Verein prüfen
Liquiditätsfalle
Vorausgebuchte Hallenzeit im Winter, die nicht ausgelastet wird
Steuerlich
Übungsleiterpauschale § 3 Nr. 26 EStG bis 3.000 € neben dem Gewerbe; Kleinunternehmerregelung für den Rest
Typische Kunden
Vereinsmitglieder, Jugendmannschaften, Erwachsenen-Einsteigerkurse, Schul-AGs
Fördermittel
Gründungszuschuss/AVGS; Landesverbände fördern teils Trainerausbildungen
Startinvestition
ab rund 700 € (Ballmaschine gebraucht, Ballkörbe, Markierungen, Kindertennis-Material)

Auslastung über Verein, Schule und Erwachsene

Kindertraining füllt Nachmittage, Erwachsenenkurse die Abende. Wer beides bedient, kommt auf eine Auslastung, die einen Nebenerwerb trägt.

Schnupperkurse für Erwachsene ohne Vorkenntnisse sind der wirksamste Kanal – viele Vereine unterstützen sie, weil daraus Mitgliedschaften entstehen.

Kooperationen mit Grundschulen und Ganztagsbetreuung sichern langfristig Nachwuchs und bringen bereits im laufenden Jahr planbare Honorarstunden.

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