Phase 4
Teil 1

Der Funnel für Anfänger

Von Theo Saubert2 Min. LesezeitFachlich geprüft am

Auf den Punkt

Verstehen Sie den Marketing-Funnel für Ihren Nebenerwerb. Erfahren Sie, wie Sie aus Fremden Kunden machen, selbst wenn Sie im Hauptjob sind.

Ein "Funnel" (Trichter) ist kein Hexenwerk, sondern eine Landkarte. Er beschreibt den Weg, den ein völlig Fremder zurücklegt, bis er zu deinem treuesten Fan wird. Im Nebenerwerb ist dieser Trichter dein wichtigster Angestellter, weil er die Vorarbeit leistet, während du in deinem 9-to-5-Job sitzt.

1. Awareness (Aufmerksamkeit): "Hallo, mich gibt es!"

Bevor jemand kauft, muss er wissen, dass du existierst. Das ist der weiteste Teil des Trichters. Hier nutzt du SEO, um bei Google gefunden zu werden, oder teilst wertvolle Tipps auf LinkedIn.

Die Weisheit: Sichtbarkeit ist kein Schicksal, sondern eine Entscheidung. Wer im Verborgenen arbeitet, bleibt im Verborgenen arm. Du musst dort auftauchen, wo deine Zielgruppe ihre Probleme googelt.

2. Interest (Interesse): Der digitale Handschlag

Ein Besucher auf deiner Website ist noch kein Kunde. Du brauchst seine Erlaubnis, ihn wieder kontaktieren zu dürfen. Hier kommt der Lead Magnet ins Spiel: Biete eine Checkliste, ein kurzes Whitepaper oder ein Video-Tutorial an – kostenlos gegen seine E-Mail-Adresse. Das ist der Moment, in dem aus einem anonymen Klick ein echter Name wird.

3. Desire (Verlangen): Vertrauen auf Autopilot

Jetzt wird es spannend. Nur weil jemand dein PDF geladen hat, kauft er noch nicht. Nutze automatisierte E-Mail-Sequenzen (Nurturing). Erzähle von gelösten Problemen, teile wertvolle Einblicke und zeige deine Expertise.

Die Weisheit: Vertrauen ist die einzige Währung, die man nicht fälschen kann. Sie wird durch Beständigkeit verdient. Baue die Beziehung auf, während die Technik die schwere Arbeit für dich erledigt.

4. Action (Handlung): Der "Tripwire"

Der Sprung von "kostenlos" zu einem 2.000-Euro-Produkt ist oft zu groß. Biete ein risikoarmes Einstiegsangebot an (den Tripwire). Das kann ein kleiner Online-Kurs für 27 Euro oder eine 30-minütige Intensiv-Beratung sein. Sobald ein Kunde einmal die Kreditkarte gezückt hat, sinkt die psychologische Hürde für weitere Käufe massiv.

5. Retention (Kundenbindung): Das eigentliche Geschäft

Ein bestehender Kunde ist fünfmal günstiger als die Akquise eines neuen. Nutze das Vertrauen aus dem Erstkauf, um ihn in dein Hauptprodukt (Upselling) zu führen. Wer mit deinem Mini-Angebot zufrieden war, wird auch das "Rundum-sorglos-Paket" wollen.

Ihr nächster Schritt in Phase 4

  1. 1Legen Sie einen festen Wochenrhythmus für Akquise und Umsetzung fest.
  2. 2Prüfen Sie Ihre Preise gegen Zeitaufwand, Kosten und Zielgewinn.
  3. 3Automatisieren Sie zuerst den Schritt, der Ihnen jede Woche Zeit kostet.

Branchen-Linse

Sicht: Tennistrainer

Die Beiträge bleiben gleich – Einordnung, Stolperfallen und Vorauswahl wechseln mit der Branche. Sie können jederzeit umschalten oder die Linse entfernen.

Branchen-Spezial · Tennistrainer

Tennistraining im Nebenerwerb läuft fast immer über Vereine: Sie unterrichten auf Vereinsplätzen, oft mit Mannschaftstraining als Grundauslastung und Einzelstunden als Zusatz. Die entscheidenden Fragen sind identisch mit anderen Vereinssportarten – Übungsleiterpauschale oder Gewerbe, Platzzugang im Sommer und teure Hallenzeit im Winter – kommen hier aber mit einer Besonderheit: Wer Hallenzeit auf eigene Rechnung bucht und weiterverkauft, trägt das volle Auslastungsrisiko.

Für Phase 4: Der Verein ist Ihr Vertriebskanal: Schnupperkurse, Vereinsmeisterschaften, Jugendtraining als Einstieg zu Elternkursen. Ergänzend Schulkooperationen und Kindergärten – daraus entsteht der Nachwuchs für die nächsten Jahre.

Typische Rechtsform
Einzelunternehmen bzw. Kleingewerbe; im Verein häufig Übungsleiter ohne Gewerbe
Status
Vereinstrainer mit Pauschale, selbständiger Trainer mit eigenen Kursen – oder beides getrennt abgerechnet
Regulatorisch
DTB-/Landesverbands-Lizenz (C-Trainer aufwärts) als Marktstandard, erweitertes Führungszeugnis bei Kindertraining
Pflichtversicherung
Betriebshaftpflicht; Unfallschutz der Teilnehmenden über Verein prüfen
Liquiditätsfalle
Vorausgebuchte Hallenzeit im Winter, die nicht ausgelastet wird
Steuerlich
Übungsleiterpauschale § 3 Nr. 26 EStG bis 3.000 € neben dem Gewerbe; Kleinunternehmerregelung für den Rest
Typische Kunden
Vereinsmitglieder, Jugendmannschaften, Erwachsenen-Einsteigerkurse, Schul-AGs
Fördermittel
Gründungszuschuss/AVGS; Landesverbände fördern teils Trainerausbildungen
Startinvestition
ab rund 700 € (Ballmaschine gebraucht, Ballkörbe, Markierungen, Kindertennis-Material)

Auslastung über Verein, Schule und Erwachsene

Kindertraining füllt Nachmittage, Erwachsenenkurse die Abende. Wer beides bedient, kommt auf eine Auslastung, die einen Nebenerwerb trägt.

Schnupperkurse für Erwachsene ohne Vorkenntnisse sind der wirksamste Kanal – viele Vereine unterstützen sie, weil daraus Mitgliedschaften entstehen.

Kooperationen mit Grundschulen und Ganztagsbetreuung sichern langfristig Nachwuchs und bringen bereits im laufenden Jahr planbare Honorarstunden.

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