Phase 2
Teil 4

Wie viel Zeit dein Geschäftsmodell tatsächlich kostet

Von Theo Saubert2 Min. LesezeitFachlich geprüft am

Auf den Punkt

Analysieren Sie den wahren Zeitaufwand Ihres Nebenerwerbs, über den operativen Part hinaus. Kalkulieren Sie Struktur- und Akquise-Aufwand realistisch ein.

Geld kannst du nachverdienen, Zeit ist weg. Der größte Engpass im Nebenerwerb ist nicht dein Bankkonto, sondern dein Kalender. Zwischen 40-Stunden-Job, Familie und Hobbys noch ein Business aufzubauen, erfordert brutales Zeitmanagement. Hier ist die ehrliche Aufschlüsselung, wo deine Stunden wirklich bleiben.

1. Operativer Aufwand: Die tägliche Arbeit am Kunden/Produkt

Das ist die offensichtliche Zeit: Du hältst das Webinar, du schreibst den Code, du baust den Tisch. Viele Gründer kalkulieren nur diese Zeit. Wenn du ein Logo für einen Kunden designst und dafür 4 Stunden brauchst, ist das dein operativer Aufwand. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.

2. Struktur-Aufwand: Buchhaltung, Planung, Weiterbildung

Unter Wasser lauert der Struktur-Aufwand. E-Mails beantworten, Rechnungen schreiben, die Website updaten, sich in ein neues Software-Tool einarbeiten. Regel: Für jede Stunde operativer Arbeit am Anfang fällt oft mindestens eine halbe Stunde Struktur-Aufwand an. Diese Zeit bezahlt dir niemand direkt, sie ist aber überlebenswichtig.

Zitierbare Weisheit: „Ein Business besteht zu 20 Prozent aus der eigentlichen Leidenschaft und zu 80 Prozent aus dem administrativen Maschinenraum, der diese Leidenschaft am Laufen hält.“

3. Akquise-Aufwand: Wie viel Zeit man investieren muss, um einen Kunden zu gewinnen

Kunden fallen nicht vom Himmel. Du musst auf Social Media posten, Netzwerk-Events besuchen, Kaltakquise-Mails schreiben oder Erstgespräche führen. In der Startphase deines Nebenerwerbs verbringst du oft 50 Prozent deiner verfügbaren Zeit nur mit Akquise. Wenn du das nicht einplanst, bleibst du ein Gründer ohne Kunden.

4. Skalierungs-Check: Steigt der Zeitaufwand linear mit dem Umsatz oder flacht er ab?

Wenn dein Business wächst, musst du aufpassen: Verdoppelt sich bei doppeltem Umsatz auch deine Arbeitszeit? (Das nennt man lineares Wachstum, typisch für Dienstleister). Das sprengt im Nebenerwerb schnell deine Kapazitäten. Entwickle Prozesse, Vorlagen und digitale Helfer, damit dein Zeitaufwand irgendwann abflacht, während der Umsatz weiter steigt.

5. Die „Abschalt-Zeit“: Psychische Belastung durch ständige Erreichbarkeit einpreisen

Der unsichtbarste und gefährlichste Zeitfresser ist die mangelnde mentale Trennung. Selbst wenn du abends auf der Couch sitzt, rattert das Gehirn: „Hab ich die Mail an den Kunden geschickt? Was poste ich morgen?“ Diese fehlende Erholungszeit brennt dich langfristig aus. Du brauchst zwingend feste „Business-freie“ Tage.

Zitierbare Weisheit: „Ein Nebenerwerb, der dir rund um die Uhr im Kopf herumspukt, ist kein Unternehmen, sondern ein schlecht bezahlter Chef in deinem eigenen Gehirn. Lerne, den Schalter umzulegen.“

Verkaufen und Kundennutzen fehlt. Nicht Arbeitszeit oder Leistung sondern nutzen verkaufen

Wirtschaftlichkeitsanalyse bedarf Ausarbeitung ist zu kurz. Tiefer erklären => Machen wir auf der großen Seite mit dem 1x1 des Controllings

von

Ihr nächster Schritt in Phase 2

  1. 1Beschreiben Sie Ihr Angebot in einem Satz: Wer bekommt welches Ergebnis?
  2. 2Rechnen Sie Stundensatz, Fixkosten und realistische Auftragsmenge durch.
  3. 3Sprechen Sie mit drei möglichen Kunden, bevor Sie investieren.

Branchen-Linse

Sicht: Fußballschule

Die Beiträge bleiben gleich – Einordnung, Stolperfallen und Vorauswahl wechseln mit der Branche. Sie können jederzeit umschalten oder die Linse entfernen.

Branchen-Spezial · Fußballschule

Eine Fußballschule ist ein klassischer Nebenerwerb: Training findet nachmittags, abends und in den Ferien statt, das stabile Haupteinkommen kommt weiter aus der Festanstellung – die meisten Betreiber bleiben sehr lange nebenberuflich tätig und stehen selbst auf dem Platz. Entscheidend sind vier Dinge: die Abgrenzung zwischen Vereinstätigkeit (Übungsleiterpauschale) und eigenem Gewerbe, gesicherter Zugang zu einem Trainingsplatz, die Aufsichtspflicht gegenüber Minderjährigen und eine faire Kalkulation pro Teilnehmerstunde.

Für Phase 2: Rechnen Sie pro Trainingsstunde: Platz- oder Hallenmiete, Anfahrt, Material, Ausfall bei Wetter und eine realistische Gruppengröße. Ferien-Camps tragen sich meist deutlich besser als einzelne Wochenstunden – und ein widerspruchsfreies Konzept (Spaß-Camp oder Leistungsentwicklung) verkauft besser als beides gleichzeitig.

Typische Rechtsform
Einzelunternehmen bzw. Kleingewerbe, seltener GbR
Status
Gewerbe außerhalb des Vereins; im Verein Übungsleiter ohne Gewerbe
Regulatorisch
Erweitertes Führungszeugnis, Aufsichts- und Fürsorgepflicht, IHK-Pflichtmitgliedschaft
Pflichtversicherung
Betriebshaftpflicht für den Trainingsbetrieb; Unfallschutz der Teilnehmenden klären
Liquiditätsfalle
Wetterausfall, Ferienzeiten ohne Buchungen, Barzahlungen ohne Belege
Steuerlich
Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) meist sinnvoll; Übungsleiterpauschale § 3 Nr. 26 EStG separat
Typische Kunden
Eltern, Vereine, Ganztagsschulen, Freizeiteinrichtungen
Fördermittel
Gründungszuschuss/AVGS bei Arbeitslosigkeit; sonst kaum spezielle Programme
Startinvestition
ab rund 500 € (Hütchen, Leibchen, Bälle) – Fahrzeug meist vorhanden

Geschäftsmodell und Preise pro Teilnehmerstunde

Entscheiden Sie sich für eine Ausrichtung: Betreuung mit Spaßfokus, Leistungsentwicklung, Techniktraining, Koordination und Schnelligkeit oder Trainerweiterbildung. Ein Ferien-Spaß-Camp mit Nachtwanderung und die Ausbildung von Nachwuchsprofis passen nicht in ein Angebot.

Preise müssen fair für beide Seiten sein – niemand bucht Sie, weil Sie der günstigste Anbieter sind. Grobe Untergrenzen als Orientierung: Einzeltraining 50 € je Stunde; Gruppentraining ab 3 Teilnehmern 30 €, ab 5 Teilnehmern 20 €, ab 10 Teilnehmern 10 € je Stunde und Teilnehmer; Tages-Camp ohne Verpflegung 90 € (ab 5 Teilnehmern) bzw. 50 € (ab 10 Teilnehmern) je Teilnehmer und Tag, mit Verpflegung 110 € bzw. 70 €.

Kapitalbedarf ist gering: Hütchen, Leibchen, verschiedene Bälle, für Koordination zusätzlich Seil und Leiter. Was der Verein stellt, müssen Sie weder kaufen noch lagern – ein Start mit rund 500 € ist realistisch. Alles Weitere erst anschaffen, wenn es verdient ist.

Besonders relevant für Fußballschule

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