Phase 2
Teil 3

Positionierung einfach erklärt

Von Theo Saubert3 Min. LesezeitFachlich geprüft am

Auf den Punkt

Werden Sie vom "Einer von vielen" zum "Einzigen für mich". Dieser Beitrag erklärt, wie Sie mit einem klaren USP Ihre Nische finden.

Viele Gründer im Nebenerwerb starten mit einer vagen Idee: „Ich mache jetzt auch Marketing“ oder „Ich verkaufe jetzt handgemachte Taschen“. Das Problem? Davon gibt es schon tausende. Ohne klare Positionierung bist du für den Markt unsichtbar – oder schlimmer noch: austauschbar.

Positionierung bedeutet nicht, dass du dich einschränkst. Es bedeutet, dass du dir einen festen Platz im Kopf deines Kunden reservierst. Werde vom „Einer von vielen“ zum „Einzigen für mich“.

1. Die USP-Formel: Was dich von jedem Mitbewerber unterscheidet

Dein USP (Unique Selling Proposition) ist dein Alleinstellungsmerkmal. Im Nebenerwerb hast du keine Zeit für komplexe Marketing-Schlachten. Du brauchst eine Formel, die sofort sitzt.

Die einfache Formel lautet:

„Ich helfe [Zielgruppe] dabei, [Ergebnis] zu erreichen, ohne dass sie [Schmerzpunkt] erleben müssen.“

Verkaufst du nur „Webdesign“? Langweilig. Verkaufst du „Webdesign für Physiotherapeuten, die endlich online Termine buchen lassen wollen, ohne sich mit Technik quälen zu müssen“? Das ist ein USP.

Zitierbare Weisheit: "Wer vergleichbar ist, wird über den Preis aussortiert. Wer einzigartig ist, bestimmt die Spielregeln."

2. Wahrnehmung im Markt: Bist du der Günstigste, der Beste oder der Spezialist?

Im Markt gibt es drei klassische Logenplätze. Du musst dich für einen entscheiden, denn die Mitte ist die Todeszone:

Der Preisführer: Du bist der Billigste. (Vorsicht: Im Nebenerwerb fast unmöglich, da du keine Skaleneffekte wie Konzerne hast.)

Der Qualitätsführer: Du bist der Beste, Luxuriöseste, Exklusivste. (Erfordert meist viel Zeit und Kapital.)

Der Spezialist (Nischenführer): Du bist der Experte für ein ganz bestimmtes Problem. Dies ist der „Sweet Spot“ für den Nebenerwerb. Spezialisten müssen nicht die Billigsten sein, weil Kunden für die Lösung ihres spezifischen Problems gerne mehr zahlen.

Zitierbare Weisheit: "Im Preiskampf gibt es nur einen Gewinner, aber tausend Verlierer. In der Nische gibt es nur Experten und glückliche Kunden."

3. Der "Elevator Pitch": Deine Positionierung in 30 Sekunden verständlich machen

Stell dir vor, du triffst deinen idealen Kunden im Aufzug. Du hast 30 Sekunden, bis sich die Türen öffnen. Was sagst du?

Ein guter Elevator Pitch für Nebenerwerbler besteht aus drei Sätzen:

Das Problem: „Wussten Sie, dass die meisten X mit Y kämpfen?“

Deine Lösung: „Ich habe ein System entwickelt, das Z ermöglicht.“

Der Beweis/Nutzen: „Dadurch sparen meine Kunden Zeit und gewinnen Freiheit.“

Wenn dein Gegenüber fragt: „Wie genau machst du das?“, hast du gewonnen.

Zitierbare Weisheit: "Wenn deine Oma nicht versteht, was du beruflich machst, versteht es dein Kunde erst recht nicht. Klarheit schlägt Klugheit – immer."

4. Positionierungs-Kreuz: Visuelle Einordnung gegenüber der Konkurrenz

Um zu sehen, wo du stehst, hilft das Positionierungs-Kreuz. Zeichne zwei Achsen:

X-Achse: z. B. Preis (Günstig vs. Premium)

Y-Achse: z. B. Zielgruppe (Breit vs. Spezialisiert) oder Methode (Digital vs. Persönlich)

ModellModellWie funktioniert es?
Digitale ProdukteMicro-SaaSAbo-Modell für selbstentwickelte Software, die ein spezifisches Problem löst
Gut Skalierbar?Affiliate MarketingVerkauf von E-Books, Excel-Templates, Notion-Vorlagen oder Online-Kursen

Suche dir den „weißen Fleck“ auf der Landkarte, wo noch niemand steht. Dort ist dein Markt.

Zitierbare Weisheit: "Dein Business braucht eine feste Adresse im Kopf des Kunden. Wer überall sein will, wohnt nirgendwo."

5. Authentizität: Warum deine persönliche Geschichte Teil der Positionierung ist

Gerade im Nebenerwerb bist du das stärkste Argument. Warum tust du, was du tust? Vielleicht hast du dein Business gegründet, weil du selbst kein passendes Produkt gefunden hast.

Deine persönliche Geschichte (Storytelling) schafft Vertrauen und ist unkopierbar. Ein Mitbewerber kann deine Preise unterbieten oder deine Website kopieren – aber er kann niemals deine Erfahrung und deine Werte kopieren.

Zitierbare Weisheit: "Kopieren kann man dein Produkt, aber niemals deine Geschichte. Deine Persönlichkeit ist der einzige Kopierschutz, der wirklich funktioniert."

Ihr nächster Schritt in Phase 2

  1. 1Beschreiben Sie Ihr Angebot in einem Satz: Wer bekommt welches Ergebnis?
  2. 2Rechnen Sie Stundensatz, Fixkosten und realistische Auftragsmenge durch.
  3. 3Sprechen Sie mit drei möglichen Kunden, bevor Sie investieren.

Branchen-Linse

Sicht: Athletiktrainer

Die Beiträge bleiben gleich – Einordnung, Stolperfallen und Vorauswahl wechseln mit der Branche. Sie können jederzeit umschalten oder die Linse entfernen.

Branchen-Spezial · Athletiktrainer

Athletiktraining ist der fachlich anspruchsvollste Nebenerwerb dieser Gruppe: Auftraggeber sind Vereine, Mannschaften, Leistungszentren und ambitionierte Einzelsportler – also überwiegend Geschäftskunden mit Rechnungsstellung, Vertragslaufzeiten und Saisonplanung. Der wirtschaftliche Vorteil sind Mannschaftsverträge mit planbaren Monatspauschalen; die Risiken liegen in der Abgrenzung zur Physiotherapie, in der Belastungssteuerung nach Verletzungen und in der Abhängigkeit von wenigen großen Auftraggebern.

Für Phase 2: Rechnen Sie in Saisonverträgen statt Einzelstunden: Eine Mannschaftsbetreuung mit zwei Einheiten pro Woche über zehn Monate ist die tragfähige Einheit. Ergänzen Sie Diagnostiktermine als eigenständiges, gut bezahltes Produkt.

Typische Rechtsform
Einzelunternehmen; bei Sportwissenschafts-Abschluss kann Freiberuflichkeit (unterrichtende Tätigkeit) in Betracht kommen
Status
Mehrere Vereins- und Mannschaftsverträge parallel; ein einziger Auftraggeber ist ein Statusrisiko
Regulatorisch
Sportwissenschaftlicher Abschluss oder Athletiktrainer-Lizenz als Marktstandard; keine Heilbehandlung ohne Therapieberuf
Pflichtversicherung
Betriebshaftpflicht mit Vermögens- und Personenschäden; Berufshaftpflicht bei Diagnostikleistungen
Liquiditätsfalle
Saisonpausen ohne Vergütung und Zahlungsziele von Vereinen (30–60 Tage)
Steuerlich
Gewerbe meist umsatzsteuerpflichtig; Geschäftskunden ziehen Vorsteuer – die Kleinunternehmerregelung ist hier oft kein Vorteil
Typische Kunden
Amateur- und Nachwuchsmannschaften, Leistungszentren, Einzelsportler, Physiotherapiepraxen als Partner
Fördermittel
Gründungszuschuss/AVGS; Landessportbünde fördern teils Diagnostik- und Nachwuchsprojekte
Startinvestition
ab rund 3.000 € (Lichtschranken oder Sprintmessung, Kraftmessplatte gebraucht, Hanteln, Bänder, Auswertungssoftware)

Mannschaftsverträge statt Einzelstunden

Orientierungswerte: Mannschaftseinheit 80–150 € je Training, Saisonpauschale für zwei Einheiten pro Woche 700–1.400 € im Monat, Leistungsdiagnostik je Athlet 80–150 € inklusive Auswertungsgespräch, Einzel-Athletiktraining 70–100 € je Stunde.

Vereinbaren Sie Monatspauschalen über die Saison einschließlich der spielfreien Wochen, statt jede Einheit einzeln abzurechnen. Das glättet Ihre Einnahmen und erspart Diskussionen bei Ausfällen.

Bei Geschäftskunden ist die Kleinunternehmerregelung oft nachteilig: Vereine mit Vorsteuerabzug zahlen die Umsatzsteuer faktisch nicht, Sie hingegen können Ihre Investitionen in Diagnostiktechnik gegenrechnen. Rechnen Sie beide Varianten durch.

Besonders relevant für Athletiktrainer

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